So, nun ein letzter Bericht zu meinem Auslandsjahr in Lima, Peru.
Zuallererst: es war kein ganzes Jahr, sondern „nur“ 357 Tage bzw. 51 Wochen – oder anders gesagt: vom 3. März 2007 bis 22. Februar 2008.
Abgereist bin ich mit 54 kg Gepäck in 1 Koffer, 1 großen Rucksack und 1 Rucksack als Handgepäck, zurückgekommen mit 1 Rucksack mehr und insgesamt 67 kg. Das war natürlich „etwas“ über dem Limit, aber bei dem derzeitigen Dollar-Kurs war es verschmerzbar. 
Außerdem habe ich neben dem physischen/materiellen Gepäck noch viel mehr an Erfahrungen, Eindrücken und Erlebnissen mit nach Hause genommen.
Die Reisedauer für die 17.000 km von München über Atlanta nach Lima war jeweils 17 Flugstunden und hinüber ca. 27 Stunden gesamt und zurück (ohne Zeitverschiebung) ca. 32 Stunden (dank überlangen Aufenthalt in Atlanta).
Studiert hab’ ich drüben natürlich auch brav, 22 Wochenstunden im ersten und 27 Wochenstunden im 2. Semester – mehr als in Innsbruck (dort war mein Schnitt 20 pro Semester). Nähere Infos kann ich bei Bedarf gerne geben (damit keiner meint, ich wäre dort nur auf der faulen Haut gelegen – das Gegenteil war der Fall!).
Aber nachdem ein Auslandsstudienaufenthalt ja nicht nur dem Studium diverser Fachbücher und –texte gewidmet sein sollte, sondern einem vor allem viel an Lebensweisheiten und Erfahrungen einbringen soll, hab ich neben dem universitären Bereich auch viel für meine persönliche Entwicklung getan. Hier nun eine kleine Zusammenfassung:
Nebst hunderten Kilometern in Boot und Bahn habe ich ca. 15.000 km im Bus und über 40.000 km im Flugzeug (ohne den Transatlantikflügen!) verbracht – über 57.000 km gesamt in diesen 357 Tagen.
In diesem Zeitraum habe ich 22 Flüge in 7 verschiedenen Staaten unternommen und 16 Flughäfen besucht, was durchschnittlich 1841 km pro Flug und 1,83 Flüge pro Monat sind. Meinen „Heimatflughafen“, den Aeropuerto Internacional Jorge Chávez (Lima International Airport), habe ich 17 mal als Abflug- oder Zielflughafen verwendet, was bedeutet, dass ich im Durchschnitt 1,42 mal pro Monat vom oder zum Flughafen Lima gefahren bin.
Der längste Flug, abgesehen von der Transatlantik-Kreuzung, war der Flug auf die Osterinsel mit knapp 7000 km und der Kürzeste von Pereira nach Bogotá in Kolumbien, 200 km.
Auch wenn ich diese Kilometer bei 5 unterschiedlichen Fluglinien abgespult habe, verwundert es nicht, dass ich bei jeder im Vielfliegerprogramm war und mir LAN, meine Stammfluglinie, deshalb sogar den Flug von Lima nach Sao Paulo und retour geschenkt hat.
Als kleiner „Nebeneffekt“ kann ich jetzt auch bei jeder Diskussion über die Unterschiede zwischen Airbus A 319, 320, 321, Boeing 737, 767, McDonnell Douglas MC-90 und Bombadier Dash 8Q-300 mitreden – Fliegen bildet!
Und nachdem ich ja von den ganzen Reisen und Erfahrungen ein paar Erinnerungen für später haben wollte, hab’ ich nicht nur Kiloweise Souvenirs (von Piranha- und Krokodilzähnen über Blasrohre bis hin zu Hängematten) sondern auch ca. 10.000 Fotos mit nach Hause gebracht.
Meine Reisen führten mich vom 109. bis zum 43. Grad westlicher Länge und vom 10. Grad nördlicher Breite bis zum 27. südlichen Breitengrad, oder anders ausgedrückt, vom entlegendsten bewohnten Ort der Erde (Hanga Roa, Osterinsel, über 3.000 km bis zur nächsten bewohnten Insel) bis zur größten Stadt Südamerikas (Sao Paulo, 12 Millionen Einwohner, mit Umland über 20 Millionen).
Dazwischen liegen Besuche in über 50 Städte und Orte verschiedenster Größe und in (fast) allen denkbaren Klimazonen:
- Hochgebirge (Huaytapallana 5400 m)
- Regenwald (Pucallpa)
- Wüsten (Huacachina, Nazca, …)
- einsame Inseln (Osterinsel)
- Mangrovenwälder (Tumbes)
- Gebirgssteppen (Altiplano)
- verschiedenste Strände (Copacabana, Boca Grande, Punta Hermosa,..)
- Vulkangebiete (Arequipa, …)
- Tropen (Cartagena)
- …
Kulinarisch hab ich vom Argentinischen Rindersteak über Meerschwein in verschiedensten Zubereitungsarten, Alpaka, Früchten in allen Variationen bis hin zu Schildkröte, Piranha und Krokodil alles durchgearbeitet und meinen Magen dabei erstaunlicherweise nie beleidigt.
Sportlich war ich auch recht fleißig:
- Schwimmen in drei verschiedenen Meeren (Atlantik, Pazifik und Karibik) unterschiedlichsten Gewässern (Meer, Amazonas, Gebirgsbäche, duschen unter dem 3.-höchsten Wasserfall der Welt [770 Meter ]) und zusammen mit verschiedensten Tieren (Robben im Pazifik, Süßwasserdelfinen im Amazonas)
- Baden in unterschiedlichsten, uralten Heilbädern (Baños del Inca, Monterrey, Chivay,…)
- Besteigen von Gletschern (Huaytapallana 5400 m, Pastoruri 5200 m)
- Sandboarden in der Wüste (Huacachina)
- Surfen (Lima, Máncora)
- Spaziergänge im Regenwald, in der Wüste, in Steppen und Halbwüsten, …
- Barfussgehen im Bergregenwald (ca 4 Stunden)
- Fischen von Piranhas und anderen Dschungel-Raubfischen
- …
und auch sonst hab ich viel erlebt:
- Besuch der ältesten Kultur Amerikas (Caral, 5000 v.Chr. – bauten ihre Pyramiden schon vor den Ägyptern!)
- Fahrt mit der 2.-höchsten Eisenbahn der Welt (höchster Punkt 4870 m)
- Besuch von zwei neuen Weltwundern (Machu Picchu, Peru und Christus-Statue, Rio de Janeiro)
- Bootsfahrt am höchsten schiffbaren See der Welt (Titikakasee, 3800 m)
- Besuch der einzigen österreichisch-deutschen Kolonie der Welt (Pozuzo, ca 3000 Einwohner die immer noch Deutsch sprechen)
- Besuch der tiefsten Schlucht der Welt (Cañon del Colca, 3600 Meter Höhenunterschied)
- Besuch des breitesten Wasserfalls der Welt (Iguazu-Fälle, Brasilien, 2,7 km breit)
- Besuch des 3-höchsten Wasserfalls der Welt (Gocta, Peru, 771 m hoch)
- Fotografieren des größten flugfähigen Vogels der Welt (Condor, Flügelspannweite bis zu 4 Meter)
- Sehen aller vier südamerikanischen Kamelarten (Lama, Alpaka, Vincuña, Guanaco)
- Teilnahme an einer Zeremonie mit einem Schamanen (Pucallpa)
- Nächtliches Krokodil-Suchen (und auch finden!) in Flussabschnitten, in denen ich unter Tags geschwommen bin! (Ucayali)
- Überfliegen einer der größten Geoglyphen (überdimensionaler Figuren) der Welt (Nazca)
- Durchfahren einer der engsten und gefährlichsten Schluchten der Welt (Cañon del Pato, Huaraz – engste Stelle: 3 Meter von einer Seite der Schlucht zur anderen, Fahrbahnbreite meist unter 2 Meter)
- Besuch von 11 indigenen Kulturen bzw. deren Kultstätten (Caral, Paracas, Nazca, Lima, Chavín, Huari, Chimú, Moche, Chachapoyas, Inka, Shipibo)
- Erlernen von Wörtern in 4 nativen Sprachen (Quechua, Aymará, Shipibo, Moche)
Und hier noch ein paar „persönliche Rekorde“:
- Höchster Höhenunterschied binnen 24 Stunden: 4900 Meter (Von Nazca via Arequipa nach Chivay)
- Längste Busfahrt 25 Stunden (Lima – Chachapoyas)
- Längste Autofahrt 15 Stunden (Ipiales – Manizales, Kolumbien, am Rücksitz eines Renault Clio!)
- Längste Zugfahrt 12 Stunden (Lima – Huancayo)
- Längste Flugdauer 9 Stunden (Lima – Santiago de Chile – Osterinsel)
- Billigstes 3-Gänge Menü € 0,50 (in Huaraz, incl. Suppe, Hauptspeise, Nachspeise und Getränk)
- Teuerstes 3-Gänge Menü € 30.- (Rosa Nautica, Haubenlokal in Lima)
- Stärksten probiertes Getränk 96 % (Zuckerrohrdestillat in Huancayo)
Abgesehen von diesen „kleinen“ Reisestatistiken hier noch ein paar Zahlen zu meinem Weblog:
In diesen 359 Tagen habe ich 44 (hoffentlich für euch interessante) Beiträge verfasst und dazu 22 Kommentare erhalten. Mit Stichtag 23. Februar hatte dieses Weblog 4153 Besucher – im Schnitt 11,57 Besucher täglich! Der „beste“ Tag dieser Website war am 28. Februar – 58 Besucher!
Dieser (für mich) überraschend hohe Besucherschnitt ist wohl ein Beweis dafür, dass ich nicht nur “im stillen Kämmerlein” vor mir hingeschrieben habe, sondern sich auch jemand dafür interessiert hat!
Vielen Dank an all die treuen Leser!
Zur Veranschaulichung gibt’s wieder ein paar Bilder, Grafiken und Tabellen:

Zahlenspiele
So, das war’s mit meiner Berichterstattung aus und über Peru beziehungsweise Südamerika.
Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Berichten ein paar Eindrücke meiner Erlebnisse in diesem einmaligen Jahr in dem fernen Kontinent vermitteln und vielleicht in dem einen oder anderen Leser auch die Reiselust nach Zielen in der Gegend wecken.
Für Fragen und Anregungen stehe ich euch natürlich auch weiterhin gerne zur Verfügung!
Hasta luego!
Hubert